Meine Whippets

Im Whippet-Report, dem Magazin des Whippet Clubs Deutschland 1990 e. V. (WCD), werden regelmässig Portraits der WCD-Züchter veröffentlicht. In der Ausgabe 02/2013 war der Zwinger "meiner Züchterin" Daniela Zingg-Bucher - Druantia´s - an der Reihe. Daniela schrieb folgendes:

WCD Züchter - Kennelportrait Druantia´s

Die Faszination für Hunde wurde mir von meinen Eltern in die Wiege gelegt. Ich bin mit vielen verschiedenen Hunderassen groß geworden. Windhunde traten ab 1993 in mein Leben; zuerst eine Irish Wolfhound-Hündin, danach Deerhounds, Whippets und auch eine Greyhound-Hündin.

2001 meldete ich meine Zuchtstätte im "Whippet-und Windspielclub der Schweiz" an, und ein Jahr später fiel der Druantia´s-A-Wurf. Seit 2009 wohne ich in Deutschland und habe meinen Zwinger im „Whippet Club Deutschland 1990“ registriert. 2010 fiel der erste Wurf im WCD; dies war der Druantia´s-H-Wurf. Bis heute sind insgesamt nur zehn Würfe gefallen.

klick
Daniela Zingg-Bucher mit ihren Whippets,
Juli 2012

Züchterische Vorbilder sind für mich Frau Edith Lauper („Mühlehalde Whippets“, CH) und Frau Karen Mesavage („du Sac à Malices“, F), die mich mit Rat und Tat unterstützten und unterstützen. Darüber hinaus war Frau Lea Gut aus Zürich, eine Pionierin des modernen britischen Whippets, meine „Lehrerin“.

Bei der Auswahl der Zuchtpartner lege ich allergrößten Wert darauf, dass die Hunde im Typ und auch vom Pedigree zueinander passen. Darüber hinaus achte ich bei der Deckrüdenauswahl darauf, dass die Rüden nicht schon x-Mal gedeckt haben und schaue mir ihre Nachzuchten sehr genau an. Championtitel sind für mich zweitrangig.

Meine Zuchthunde sind auf das „Bully-Gen“ getestet und frei; auch sind meine Whippets herzuntersucht und ohne Befund.

Wenn ich einen Welpen behalten möchte, wähle ich denjenigen aus, der von seiner Anatomie her am „vielversprechendsten“ für Show und Sport ausschaut und der vom Wesen her „mein Herz erobert“; die Farbe spielt meistens eine untergeordnete Rolle. Letztlich ist es aber nahezu unmöglich, bei einem jungen Hund im Alter von etwa 10 Wochen eine zuverlässige Prognose für die spätere Entwicklung und „Qualität“ abzugeben. Beim Zukauf eines neuen Hundes ist neben Aussehen und Wesen natürlich auch das Pedigree maßgebend.

Mein Zuchtziel sind Whippets, die in hohem Masse dem Standard entsprechen, Windhunde mit fröhlichem, lieben Wesen und feurigen Augen, wenn sie die Hasenzugmaschine hören. Whippets, die Gesundheit, Eleganz und Kraft vereinen, die harmonisch und funktional aufgebaut sind, und Ausstrahlung haben. Windhunde für Familie, Ausstellung, Coursing oder sonstigen Hundesport.

Kurz gesagt: „Allrounder“, die „Schönheit & Leistung“ miteinander verbinden.

Letztendlich geht es mir nicht darum, „den“ Show-Hund schlechthin zu züchten. Dazu fallen bei Druantia´s viel zu wenig Würfe. Vielmehr war und bin ich bestrebt, über Jahre hinweg bei Ausstellungen und auch beim Coursing „vorne mit dabei zu sein“. Daneben werte ich es als größten Erfolg, wenn ich für meine Welpen „die richtigen Familien“ finde, was nicht immer ein leichtes Unterfangen ist. Die meisten Druantia´s-Whippets werden ausschließlich als Familienhunde gehalten und nehmen niemals an offiziellen Hundeveranstaltungen teil.

Druantia´s Headly (im Vordergrund) mit ihrer Mutter Druantia´s Eilinora bright star

Die erfolgreichsten Hunde aus meiner Zucht waren/sind: Druantia´s Aisling, Artis, Aidan, Baronesse my white dream, Blue Star, Eilinora bright star, Evan a faithful friend, Forbes my fire of love, Flahn a fire game, Finley my fantasy, Gilroy the eyes of truth, Gareth following the sun, Glen Boy, Hailey, Heather, Headly, Hank, Henson, Invincible Izzy und Incredible Ivy.

Die Stamm-Hündin der Druantia´s ist Finesse von der Mühlehalde, die mit ihren 16 Jahren bei meiner Tochter lebt; daneben habe ich mein Rudel noch mit den Hündinnen Un Rien T'Habille du Sac à Malices, Fashion Victim du Sac à Malices und Sporting Field´s Famous signet for dark angels erweitert. Im Laufe der Zeit habe ich die Rüden L’Etat cest moi du Sac à Malices, Fiefoernik´s Vanderbilt und Mossbawnhill Masterpiece gekauft, die die Druantia´s-Zucht maßgeblich prägten und auch in anderen Zuchtstätten zum Einsatz kamen.

Viele der von mir gezüchteten Hunde haben die Coursing- und Rennlizenz und die Bestätigung für die Teilnahme in der Gebrauchshundeklasse. Die Aufzählung aller Titel und Championate würde den Rahmen dieses Artikels sprengen.

Bei der Aufzucht der Welpen lege ich größten Wert auf die Sozialisation. Sozialisierung wird definiert als „Gesellschaftsfähigmachung“. Bei Hunden läuft die Sozialisierungsphase in den ersten Lebensmonaten ab und bedeutet, dass der Welpe an die verschiedensten Umweltreize gewöhnt werden sollte, damit er sich zu einem selbstsicheren und umweltsicheren Hund entwickeln kann.

Diese Sozialisation erfahren die „Druantia´s-Whippets“ dadurch, dass sie in einem Rudel von Whippets und Greyhounds aller Altersstufen aufwachsen und zusammen mit den Zweibeinern unter einem Dach leben; es gibt keine Zwingeranlagen. Besucher gehen ein und aus. Somit werden die Welpen mit den unterschiedlichsten Alltagssituationen „ganz automatisch“ konfrontiert; auch können sich die jungen Hunde auf dem hauseigenen „Abenteuerspielplatz“ (Tunnel, Burg, Wippe etc.) austoben. Natürlich nehme ich die „halbstarken“ Kleinen auch mit zum Gassigehen, wo sie unbekannte Hunde und andere Tiere sowie fremde Menschen, Autos, Motorräder etc. kennen lernen können; gleichzeitig werden sie dabei ans Autofahren gewöhnt.

Bildlich gesprochen, lege ich das „Fundament“ für einen bestens sozialisierten Whippet bis zur Abgabe der Welpen bzw. Junghunde; die neuen Besitzer/Eigentümer können darauf aufbauen und das „Haus“ errichten.

Meine Welpen gebe ich frühestens im Alter von 10 Wochen ab; dann sind die Kleinen mehrfach entwurmt, haben die „Sonstigen Impfungen“ erhalten, sind gechippt und haben den EU-Heimtierausweis.

Meine Unterstützung und Beratung der Welpenkäufer endet nicht mit der Übergabe der Hunde und einer „Welpenmappe“ mit vielen Ratschlägen und Empfehlungen. Den neuen Haltern stehe ich selbstverständlich auch nach dem Kauf mit Rat und Tat zur Seite. Es liegt mir sehr viel daran, mit den Druantia´s-Besitzern in Kontakt zu stehen und über die von mir gezüchteten Whippets informiert zu sein. Vielfach sind aus diesen Kontakten richtige Freundschaften entstanden.

Der Zukunft des Whippets in Deutschland sehe ich mit gemischten Gefühlen entgegen. In der letzten Zeit steigt die Anzahl der Whippet-Zuchten stetig an; oft hat man den Eindruck, dass Quantität vor Qualität geht. Als Folge davon kursieren Anzeigen mit dem Standard-Text „Allerliebste Whippet-Welpen zu verkaufen“ in den einschlägigen Internet-Foren und Zeitschriften in einer beängstigend hohen Anzahl. Auch beobachte ich seit Jahren auf verschiedensten Hundeveranstaltungen bei vielen 2-Beinern einen beträchtlichen Anstieg von Neid, Missgunst und Ehrgeiz. Heute will anscheinend jeder gewinnen; es geht meistens nur noch um Titel und Championate, bedauerlicherweise viel zu oft zum Leidwesen der Hunde. Auch ist es leider eine Tatsache, dass sich die Schere zwischen Show-Whippets und Renn-Whippets immer mehr öffnet und beide Varietäten zunehmend ins „Extreme“ abdriften.

Ich werde mich jedenfalls auch zukünftig bemühen, „schöne und leistungsbereite“ Whippets ohne Übertreibungen zu züchten.

Daniela Zingg-Bucher
Kleinsteinhausen, Mai 2013


zurück Startseite / Meine Whippets / nach oben

Martina Bärtsch / Rheinstrasse 86 / CH - 7000 Chur